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Weine

Amigne – Collection Chandra Kurt

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Degutstationsnotizen

 

Diese knochentrockene Amigne ist körperreich, kräftig und feinherb mit delikaten Mandarinen und Pfirsicharomen. Im Gaumen markiert eine elektrisierende Dynamik und eine klirrenden Saftigkeit. Diese Amigne passt zum Apéro, zu Thai-Gerichten, Sushi, Fisch und Geflügel.

 

Servieren bei 8–10°C

Lagerfähigkeit 5 bis 7 Jahre

Auszeichnung Amigne 2009

 

Silber: Grand Prix des Vins Suisses 2010

Amigne
Der trockene Weisse

 

  • Geschichte
    Die Amigne ist eine sehr seltene, autochthone Traubensorte, die einzig im Wallis angebaut wird.
    Aller Wahrscheinlichkeit nach hat sie römischen Ursprung, zumal sie vom römischen Schriftsteller Columella in seinem Werk «De re rustica» unter dem Namen Vitis Aminea erwähnt wird. Im Jahr 1686 wird sie bereits unter ihrem aktuellen Namen im Walliser Werk «Livre pour le travail des vignes» von Riedmatten erwähnt. Darin ist zu lesen, dass am 18 September 1686 ein halber Lesewagen Amigne von Reben zwischen Granges und Noës geerntet worden ist. Interessanterweise ist es nicht die Region um Vétroz, die erwähnt ist, sondern die Region zwischen Sion und Sierre. Interessant, weil heute Vétroz absolute Hochburg der Amigne Traube ist. Lange hielt man die Sorte für einen Abkömmling der antiken Sorte Vitis Aminea, zumal sie Ähnlichkeit mit den italienischen Trauben Trebbiano und Greco di Tufo zu haben schien. Jüngste DNA-Analysen des Wallisers Rebforschers José Vouillamoz ergaben jedoch, dass die Amigne mit keiner bekannten Sorte verwandt ist. Die Amigne ist daher einzigartig.

  • Charakteristiken
    Die Amigne ist eine einheimische spätreifende Walliser Sorte, die heute primär in den Rebbergen von Vétroz gedeiht (75% der gesamten Ernte). Die aus Amigne gekelterten Weissweine können mehr oder weniger lieblich sein, je nach Jahrgang und Auswahl des Kellermeisters. Trocken ausgebaute Weine ergeben eine feine, aber relativ diskrete Aromatik. Als leichter Süss- oder Likörwein entwickelt die Amigne sehr eigenständige Aromen, die an Mandarinenschalen, Zitrusfrüchte, Trockenfrüchte und Honig denken lassen. Diese eher gehaltvollen Weine sind lange lagerbar, da sie einen hohen Zuckergehalt und einen relativ hohen Säuregrad haben. Generell ist es spannend zu beobachten, wie sich die Aromen der Amigne Weine im Alter entwickeln. Grosse Jahrgänge haben das Potenzial für mehrere Jahrzehnte.
    Optisch erkennt man die Amgine-Pflanze daran, dass sie mittelgrosse bis grosse, runde, Blätter hat, die ohne ausgeprägte Verzahnung sind. Die auf der Unterseite samtigen Blätter rollen ihre Ränder nach unten. Mit Beginn der Reifezeit färben sich die unteren Rebblätter gelb. Die Amigne reift etwa drei Wochen nach dem Chasselas. Diese Rebsorte ist sehr anfällig für Verrieseln und Kleinbeerigkeit. Die Traube ist mittelgross bis gross, ziemlich länglich, locker und verzweigt. Der Stängel ist sehr lang, und die leicht ovalen Beeren grünlich-gelb.

     

    Vinifizierung

    Sofort nach der Ernte werden die Trauben in einer pneumatischen Presse schonend abgepresst. Der Most wird anschliessend während 48 Stunden gelagert und dann abgezogen, um ihn vom Bodensatz und den Trubstoffen zu trennen. Dann lässt man den klaren Most bei kontrollierter Temperatur von 18 °C während etwa zwanzig Tagen vergären, damit sich die ganze Finesse und Subtilität dieser Rebsorte entfalten kann. Um die Frische und Frucht zu bewahren, wurde diese Amigne während acht Monaten auf feiner Hefe ausgebaut und kalt stabilisiert, um die Apfelsäure zu bewahren. Dieser Wein wurde nur mit dem Tangentialkeramik-Verfahren gefiltert, und zwar erst wenige Tage vor dem Abfüllen in die Flasche. 

     

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