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Weine

Humagne Blanche – Collection Chandra Kurt

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Degutstationsnotizen

 

Diesen Wein sollte man dekantieren, damit er sich voll und ganz entfalten kann. Es ist ein finessereicher Weisswein, der mit kräftigem Goldgelb leuchtet. Im Gaumen erkennt man schnell seine kräftige Struktur sowie Aromen, die an weissen Pfirsich, Fleur de Sel und Aprikosen denken lassen. Es ist ein fast schon tanninreicher Weisswein, der im Finale trocken und mineralisch markiert. Vorzüglich als Aperitifwein sowie als Begleiter von Fisch, Sushi, weissem Fleisch und Käse. Kann perfekt mehrere Jahre gelagert werden.

 

Servieren bei 10–12°C

Lagerfähigkeit 5 bis 7 Jahre

Humagne Blanche 
Der finessenreiche Weisse

 

  • Geschichte
    Der Humagne Blanche galt früher als Wein der Adligen und Bischöfe; er ist auch als «Wöchnerinnenwein» bekannt, weil man ihm einen hohen Eisengehalt und damit einen stärkenden Einfluss nach der Geburt zuschrieb. In alten Dokumenten ist nachzulesen, dass den Frauen nach der Geburt täglich ein knapper Liter Humagne Blanche serviert wurde – vermischt mit Zimt, Muskat, Gewürznelken und Honig. Meist wurde er erhitzt getrunken. Auch im 1943 veröffentlichten «Buch vom Schweizer Wein» ist nachzulesen: «Der Humagne galt früher als Krankenwein, und jeder unserer alten Ärzte hat ihn schon seinen Patienten verschrieben.» Ein Grund, warum er in der Medizin so beliebt war, ist auf seinen Namen zurückzuführen – Vinus Humanus – der Wein des Menschen. Im Walliser Museum «Musée Valaisan de la Vigne et du Vin» befinden sich noch einige Exemplare der Hebammenbecher. Es handelt sich um spezielle aus Holz geschnitzter Messbecher, aus denen der Wein nach der Geburt verabreicht wurde.
    Diese Rebsorte stammt wahrscheinlich aus dem Wallis, wo sie im Jahre 1313 erstmals im «Register von Annivisier» als Vinum Humanum oder auch als Humagny erwähnt wird. Genetisch ähnelt die Rebsorte südfranzösischen Varietäten wie dem Colombard blanc. Kürzlich wurde bestätigt, dass diese Rebsorte unter dem Namen Miousat im Südwesten Frankreichs angebaut wird. Humagne Blanche und Humagne Rouge sind nicht miteinander verwandt. Es sind zwei ganz eigenständige Sorten.

  • Charakteristiken

    Die Rebe ist zwar von kräftigem Wuchs, aber nicht sehr produktiv und schlecht ausreifend. Wegen ihrer unregelmässigen Fruchtbildung und Anfälligkeit auf Pilzkrankheiten ist sie schwierig zu kultivieren. Da sie nur auf knapp 30 Hektar im Wallis zu finden ist, ist sie eine echte Rarität.
    Der Humagne Blanche wird als trockener Wein mit meist nicht sehr hohem Alkoholgehalt ausgebaut. Jung gefällt der goldgelbe Wein dank feiner Säure und delikater Fruchtigkeit mit zarten blumigen Noten auf. Nach drei, vier Jahren Lagerung entfalten sich seine leicht harzigen Aromen und Noten von Akazienhonig, die ihm einen eigenständigen Charakter verleihen. Am Gaumen beeindruckt er mit schöner Fülle und Schmackhaftigkeit. Humagne Blanche ist ein Lagerwein. 

     

    Vinifizierung

    Das Erntedatum wird von den Önologen von Provins anhand einer sorgfältigen Überwachung der einzelnen Parzellen festgelegt. Das optimale Verhältnis zwischen einem Alkoholpotential von ungefähr 12°C und gesunden Trauben bestimmt den Augenblick der Weinlese. Nach dem Pressen beginnt die alkoholische Gärung, die in der Regel mehr als 40 Tage dauert. Danach werden die auf der frischen Hefe liegenden Cuvées stabilisiert, um jede malolaktische Gärung zu verhindern. Nach einer präventiven Schönung mit Bentonit für den Eiweissabbau wird der Wein während des Ausbaus weder abgezogen noch filtriert. Erst einige Tage vor dem Flaschenabzug erfolgt eine tangentiale Keramikfilterung.

     

    Pressestimme Canal 9
    (Autoren D. Fornage und P. Vetter):

    www.canal9.ch/television-valaisanne

    Pressestimme Weinquellen: 

    weinquellen.at/verkostet/amigne-du-valais

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