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Weine

Humagne Rouge – Collection Chandra Kurt

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Degutstationsnotizen

 

Die Nase ist eine Erfahrung für sich. Denn je länger man diesen Wein offen lässt, um so expressiver wird er. Die Aromenpalette entfaltet Veilchen- und Waldbeerennoten, sowie delikate Gewürze und Zimt. Im Gaumen dicht, fleischig mit einer burgundischen Eleganz und einer nicht zu unterschätzenden Wuchtigkeit. Seine Tannine sind seidig und sehr dicht strukturiert. Kulinarisch passt Humagne Rouge sehr gut zu Wild, Terrinen, rotem Fleisch und kräftigen Käsesorten.


Servieren bei 14–15°C

Lagerfähigkeit 5 bis 10 Jahre

Auszeichnung Humagne Rouge 2011

 

Silber: Expovina 2012

Humagne Rouge
Der rustikale Rote

 

  • Geschichte
    Ebenso wie der weissbeerige Humagne, war der Humagne Rouge vom Aussterben bedroht, da er in den 60er Jahren nur noch auf wenigen Rebparzellen zu finden war. Ab den Jahren 1980 stieg das Interesse für diese Rebsorte, die inzwischen die viertwichtigste Rebsorte des Wallis ist (nach Pinot Noir, Gamay und Syrah). 1991 waren 43 Hektaren bepflanzt, 2002 75 Hektaren und inzwischen ist man bei knapp 130 Hektaren. Interessant am Humagne Rouge ist neben seinem delikaten Geschmack, die Verwirrung, die sein Name auslöst – denn im Aostatal, wo sie ebenfalls vorkommt, heisst sie Cornalin. Warum sie im Wallis Humagne Rouge heisst ist unbekannt, zumal sie auch nicht mit dem weissbeerigen Humagne verwandt ist. Fest steht heute laut Rebforscher José Vouillamoz, dass ein Elternteil des Humagne Rouge der Cornalin du Valais (auch Rouge du Pays genannt) ist, und dass seine Grosseltern die Sorten Mayolet und Petit Rouge sind. Humagne Rouge ist auch unter dem Namen Oriou zu finden.
    Nur an den am besten exponierten Lagen des Walliser Weinbergs reift die Humagne Rouge vollständig aus, und dies auch nur, wenn der Behang der kräftig wachsenden Stöcke begrenzt wird. Humagne Rouge gehört zu einer Familie von Rebsorten, die sich in der geographischen Insellage der Alpenregionen Italiens und des Wallis in der Schweiz halten konnten. Zur dieser Familie gehören auch die Sorten Completer, Himbertscha, Cornalin, Durize, Eyholzer, Humagne Blanche, Lafnetscha, Petite Arvine, Planscher und Rèze.

  • Charakteristiken

    Der aus solchem Traubengut gekelterte Wein ist im Allgemeinen eher säurearm und sortentypisch etwas rustikal und ungebärdig. Belässt man der Rebe zu viele Trauben oder sind diese schlecht gereift, hat der Wein wenig Körper und schmeckt grasig. Hat man die Erntemenge jedoch im Griff und sind die klimatischen Bedingungen gut, entsteht ein harmonischer, alkoholreicher Wein mit grossem Alterungspotential.

     

    Vinifizierung

    Nach sorgfältigem Entrappen werden die Beeren im Gärbe­hälter eingemaischt und zunächst einer 48 Stunden dauernden Vorgärung bei 15°C unterzogen. Während der nachfolgenden thermoregulierten alkoholischen Gärung wird der Tresterhut für eine optimale Extraktion durch regelmässiges kurzes Umpumpen untergetaucht, ohne die Kerne und Beerenschalen zu beschädigen. Nach Abschluss dieser Fermentation wird der Most abgepresst und durchläuft anschliessend in Inox-Stahltanks die malolaktische Gärung.
    Ein erster Abzug während der Stabilisierung erlaubt den Jungwein von den groben Hefen zu befreien und die Frische der Frucht sicherzustellen. Die verschiedenen Cuvées bleiben in den Stahltanks, bis sie einige Tage vor dem Abfüllen mittels tangentialer Keramikfilterung geklärt werden.

     

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